Übersicht

Anzahl der Nächte: 10

Bereiste Länder:

🇩🇰 Dänemark
🇸🇪 Schweden
🇫🇮 Finnland
🇳🇴 Norwegen

Gefahrene Kilometer: ca. 7000

Stellplätze

  • Wohnmobilstellplatz „Kreishafen“ in Rendsburg 🇩🇪
  • Wohnmobilplatz Tjolöholmslot 🇸🇪
  • Parkplatz Hamra Nationalpark 🇸🇪
  • Campingplatz Storuman 🇸🇪
  • Rastplatz nördlich von Gällivare 🇸🇪
  • Rastplatz kurz vor Alta 🇳🇴
  • Rastplatz bei Olderfjord 🇳🇴
  • Ivalo River Camping 🇫🇮
  • Rastplatz bei Töre 🇸🇪
  • Rastplatz bei Asljunga 🇸🇪

Vorbereitungen

Panoramafenster

Bei sehr kalten Temperaturen wurde das Panoramafenster in der Nugget-Nase zur Kältebrücke. Um dies auf der Reise einzudämmen, haben wir zwei Styroporplatten – jeweils 30mm stark – zurechtgeschnitten und mit Panzertape verbunden. Anschließend mit einer dünnen Textilschicht beklebt für die „Optik“.
Die Platten haben wir so zurechtgeschnitten, dass sie ohne weitere Befestigung einfach in den Ausschnitt des Panoramafensters klemmen.

Bettzeug

Um gut gerüstet zu sein für die kalten Nächte haben wir im Vergleich zur letzten Winterreise dickere Decken und dickere Bezüge angeschafft.
Zusammen mit der „Dämmung“ des Panoramafensters konnten wir hier ein angenehmeres Klima beim Schlafen schaffen.

Transportkisten

Für den Transport von Lebensmitteln und der Kamera-Ausrüstung haben wir neue Plastikkisten gekauft. Diese haben ein Standard-Maß und passen perfekt zwischen Heckklappe und Küchenschrank.
Wieder mit auf der Reisen: die Alu-Kiste für den Fahrradträger.

„Dämmmatten“

Den Fußboden im Nugget haben wir teilweise mit einer ausgedienten und zurechtgeschnittenen Yoga-Matte ausgelegt, was angenehmer (weicher) und nicht so kalt an den Füßen ist.

Fotoausrüstung

Auf dieser Reise wollten wir unbedingt wieder Polarlichter fotografieren und filmen. Da die vorhandene Kamera (Nikon D7000) dafür nur bedingt geeignet ist, haben wir uns noch zusätzlich eine Sony Alpha 7sII und ein passendes Weitwinkelobjektiv (Sigma 20mm f1.4) zugelegt. Die Sony ist eine Vollformatkamera und hat mit 12 Megapixel eine relativ geringe Auflösung. Dafür ist sie aber enorm lichtstark und erlaubt rauscharme Bilder selbst bei hoher Empfindlichkeit.

Strom

Die neuen Batterien, die ich im April 2025 eingebaut habe, haben sehr gute Dienste geleistet. Die Kapazität ist mehr als ausreichend um einen Nachmittag und eine Nacht diverse Geräte per USB zu laden, den Kühlschrank zu betreiben und genug Energie für die Diesel-Standheizung zu liefern.

Tag 1

19.12.25 – Abreise. Wir sind pünktlich zur angepeilten Zeit losgekommen.
Trotz des teilweise starken Verkehrs und einiger Umleitungen, die uns Google Maps vorgeschlagen hat, sind wir gut an unserem Zwischenziel, dem Autohof „Break Autohof“ in Evendorf, angekommen.
Das finale Ziel, den Wohnmobilstellplatz in Rendsburg haben wir anschließend ebenfalls ohne Vorkommnisse erreicht.
Staunend haben wir uns erneut die Brücke der Schwebefähre angesehen und die Farbe eines Brückenpfeilers per Drehrad geändert.

Tag 2

20.12.25 – Schweden, 3°. Nach einer etwas unruhigen Nacht am Nord-Ostsee-Kanal (bedingt durch die Schiffe und S-Bahn) haben wir uns auf den Weg Richtung Schweden gemacht. Das Wetter, das sich anfangs noch trüb und eher herbstlich als winterlich präsentierte, ließ kaum hoffen, die Fahrt über die Storebaeltbrücke und die Öresundbrücke bei Sonnenschein zu erleben.

Dieser Eindruck sollte uns jedoch täuschen: Je mehr wir uns den beiden Brücken näherten, die Dänemark und Schweden verbinden, desto schöner wurde das Wetter. Wir konnten die Überfahrt auf das schwedische Festland also bei bestem Wetter genießen.

Bei einer Pause auf dem Parkplatz mit Aussicht auf die Öresundbrücke gab es einen Snack, und Felix hatte sichtlich Spaß daran, mit der Kamera Vögel zu knipsen. Anschließend sind wir weiter Richtung Wohnmobilstellplatz am Schloss Tjolöholm gefahren.

Die Füße haben wir uns dann bei einem Rundgang um das Schloss vertreten, verbunden mit einer Gassirunde und dem Fotografieren der hübsch beleuchteten Gebäude.

Tag 3

21.12.25 – Schweden. Die erhoffte Winterlandschaft ist langsam in Sicht gekommen. An diesem Tag sind wir vom Schloss in den Hamra-Nationalpark gefahren. Die Fahrt verlief unspektakulär, aber wir haben unterwegs schon die ersten zarten Polarlichter und die Milchstraße fotografieren können. Dank der abgelegenen und daher dunklen Lage des Parkplatzes haben wir auch dort noch weitere Fotos von Polarlichtern geschossen.

Sony Alpha 7sII, 20mm, f2.2, 5 sec.
Milchstraße | Sony Alpha 7sII, 20mm, f2.2, 8 sec.

Tag 4

22.12.25 – Schweden, -8°. Direkt vom Parkplatz sind Stege abgegangen, die durch das sumpfige Gebiet führen – perfekt geeignet für einen Spaziergang am Morgen.
Es war zwar ziemlich glatt, und sowohl Zwei- als auch Vierbeiner hatten hier und da zu kämpfen. Aber wir haben den Spaziergang wohlbehalten überstanden.

Nach dem Spaziergang haben wir uns auf den Weg weiter Richtung Norden gemacht. Ziel war ein Campingplatz in Storuman. Auf dem Weg dorthin folgte jedoch ein kleiner Schockmoment: Ein Rentier befand sich auf der verschneiten und vereisten Fahrbahn und zwang unseren Vordermann zum starken Abbremsen. Wir mussten ebenfalls stark in die Eisen gehen und sind mit knappem Abstand zum Vordermann zum Stehen gekommen 😅.

Die Erleichterung folgte dann beim Check-in auf dem Campingplatz. Es war noch jemand an der Rezeption, und die Dame war super nett; sie hat uns alles zur Platzwahl und zum Servicegebäude erklärt. Anschließend konnten wir gelassen die Annehmlichkeiten eines Campingplatzes genießen.

Tag 5

23.12.25 – Schweden, -18°. Der „Inlandsvägen“ hat uns weiter Richtung Norden geführt. Die Straße verlief durch wundervolle Eis- und Winterlandschaften. Dabei war jedoch Obacht geboten – die Straßenverhältnisse haben sich oft mit den landschaftlichen Gegebenheiten geändert. Ein zu schnelles Fahren in einer Kurve hat zum Rutschen geführt und uns abermals gezeigt, dass das Glück mit uns auf Reisen ist. So tauchte während des Manövers niemand im Gegenverkehr auf.

Ebenfalls Glück hatten wir, den Parkplatz am Polarkreis rechtzeitig zu erkennen. Er liegt relativ unscheinbar an der Straße und ist in der Winterlandschaft leicht zu übersehen.

Die Suche nach einem Stellplatz für die Nacht hat sich danach schwierig gestaltet. Viele Wege und Zufahrten waren für uns nicht befahrbar, da sie nicht vom Schnee geräumt worden waren. Glück hatten wir dann jedoch mit einem Rastplatz, der an der E45 auftauchte. Dieser sollte sich nicht nur als guter Stellplatz erweisen, sondern auch als tolle Location für das Aufnehmen von Polarlichtern – endlich! 🤩

Tag 6

24.12.25 – Schweden, Finnland, Norwegen – 0°, Heiligabend. Nach einer ruhigen Nacht sind wir auf dem „Inlandsvägen“ weiter in Richtung Norwegen gefahren. Auf dem Weg haben wir endlich Elche gesehen! Ein Tier hat in gemächlicher Geschwindigkeit die Straße vor uns überquert – in gebührendem Abstand. Das andere stand direkt neben der Parkbucht, in der wir gehalten haben.

Die Fahrt ist weitergegangen, bis wir schließlich Karesuvanto in Finnland erreicht haben. Direkt hinter der Brücke, die den Grenzfluss überquert, befindet sich der „Lapland Shop“, den Carina und Felix prompt besucht haben.

Danach sind wir weiter nach Alta, Norwegen gefahren, wo wir schließlich auf einem Rastplatz den Heiligabend begangen haben. Neben zwei Deko-Wichteln haben noch allerlei andere Weihnachtsleckereien den Tisch im Nugget geschmückt. Eine kleine Bescherung und Spiele haben den Weihnachtsnachmittag abgerundet.

Tag 7

25.12.25 – Norwegen 0°, Nordkap. Am Morgen haben wir uns auf den Weg zum nördlichsten Punkt unserer Reise gemacht. Im Gegensatz zu den letzten Tagen, an denen das Wetter sehr gut war, hat es sich nun drastisch verschlechtert. In der Nacht hatte es geregnet; zu dem Eispanzer auf den Straßen kam nun also noch Nässe bzw. überfrierende Nässe hinzu. Anders als in Schweden und Finnland nutzen die Norweger Splitt, um die Straßen befahrbar zu machen. Dieser hat für eine ordentliche Geräuschkulisse beim Fahren gesorgt, da die Steinchen gefühlt um das ganze Auto gewirbelt sind.

Hinzu kam ein starker Wind – eher ein Sturm –, der dafür gesorgt hat, dass die wenigen hundert Kilometer von Alta zum Nordkap anstrengender zu fahren waren als die knapp 3000 km zuvor. Am Nordkap angekommen, haben wir uns zu Fuß durch den Sturm zum Globus und zur Nordkaphalle gekämpft. An mehr als ein kurzes Foto mit dem Smartphone war nicht zu denken – zu groß war die Gefahr, dass eine etwaige Kamera auf dem Stativ kaputt geht.

Da es so sehr gestürmt hat, hat uns das neuerliche Übernachtungsverbot auf dem Parkplatz am Nordkap nicht weiter gestört. Es bedeutete aber auch, dass wir uns einen möglichst windgeschützten Platz suchen mussten. Fündig geworden sind wir schließlich auf einem Rastplatz nahe Olderfjord, wo der Wind deutlich erträglicher war.

Tag 8

26.12.25 – Norwegen, Finnland, – 1° und Sturm, mal wieder einen Youtuber und Twitch-Streamer gesehen. Weiter ist es zum Campingplatz „Ivalo River Camping“ in Finnland gegangen. Auf der Fahrt durch Finnland haben wir viele Rentiere gesehen – sowohl neben als auch direkt auf der Fahrbahn. Eines davon kam uns sogar näher, als uns lieb war: Der Verlauf der Straße war ziemlich hügelig, und als wir über eine Kuppe gekommen sind, sahen wir weiter unten in der Senke eine Gruppe Rentiere auf der Straße. Selbst der härteste Druck auf das Bremspedal hat nicht ganz ausgereicht – wir haben eines der Tiere sanft am Hintern angestupst. Daraufhin hat es dann aber endlich den Weg freigemacht.

Durch das Ausweichmanöver sind wir allerdings in den Schneewall geraten, der die Straße begrenzt. Mit Mühe und Not konnten wir uns durch mehrmaliges Vor- und Zurückschaukeln selbst befreien und die Fahrt fortsetzen 😅.

Auf dem Campingplatz angekommen, haben wir spontan entschieden, im platzeigenen Restaurant zu Abend zu essen. Trotz der kleinen und überschaubaren Küche, die sich direkt in der Rezeption befindet, haben sie uns dort sehr leckere Burger serviert und mussten zur Abwechslung kein Geschirr spülen…

Tag 9

27.12.25 – Finnland, Schweden, 0°. Weiter ist es Richtung Süden durch Finnland und schließlich nach Schweden gegangen. Das stürmische Wetter und Pisten mit teils Schnee und Eis haben das Fahren sehr anspruchsvoll gestaltet.

Auf der Strecke nach Süden sind wir zwangsläufig durch Rovaniemi gekommen. Wir haben die Gelegenheit genutzt und im Santa Claus Village vorbeigeschaut – auch in der Hoffnung, dort etwas essen zu können.


Aber die Menschenmassen und die Schneeflocken, die uns der stürmische Wind fast schmerzhaft ins Gesicht geblasen hat, haben uns gute Gründe gegeben, diesen Ort schneller als ursprünglich gedacht zu verlassen. Noch immer hungrig, haben wir das nächste weithin bekannte Schnellrestaurant angesteuert. Dort war es nicht minder voll als im Santa Claus Village. Allerdings sind wir ja mit unserem fahrenden Esszimmer unterwegs und konnten das Essen außerhalb des überfüllten Restaurants genießen.

Anschließend sind wir weiter nach Schweden gefahren. Unser Nachtlager haben wir erneut auf einem Rastplatz aufgeschlagen. Angenehm war hier, dass es direkt am Rastplatz einen geräumten Gehweg gab, den wir zum Gassigehen nutzen konnten. Abends haben Felix und ich noch eine Runde „Fußball“ mit Eisklumpen gespielt, bevor wir den Tag langsam haben ausklingen lassen.

Tag 10, 11, 12

28.12.25 – 30.12.25 – Schweden, Dänemark, Deutschland, 0°. Die folgenden Tage haben wir mit der Fahrt durch Schweden, Dänemark und Deutschland auf dem Weg nach Hause verbracht. Kurios dabei: Auf dem Rückweg durch Schweden hatten wir höhere Temperaturen als bei der Ankunft zu Hause. Außerdem hat auf dem Weg durch Schweden kaum noch Schnee gelegen.

Die Fahrt über die Öresundbrücke und die Storebaeltbrücke hat sich ebenfalls als sehr anspruchsvoll gestaltet, da der Sturm gefühlt ganz Skandinavien im Griff hatte.
Die Fahrt durch Deutschland zurück nach Hause gestaltete sich ziemlich unkompliziert und so sind wir wohlbehalten wieder angekommen.

Oeresundbruecke

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