Kurz vor Ostern 2025 ging es für 6 Tage nach Wien und Slowenien.

Überblick

Anzahl der Nächte: 6
Bereiste Länder:

  • 🇦🇹 Österreich
  • 🇸🇮 Slowenien

Zurückgelegte Strecke: ca. 3500 km

Stellplätze

  • ein Parkplatz an der Donau, Österreich nahe deutscher Grenze
  • 1. Reisemobil-Stellplatz Wien
  • 1. Reisemobil-Stellplatz Mureck 👍
  • Golife-Center Golice, Slowenien 👍
  • Camping Bled, Slowenien 👍


Nach langer Zeit ohne Urlaub im Nugget ging es am 11. April wieder los.
Auserkorenes Ziel für diesen Trip waren Wien und Slowenien. Beides Destinationen, die wir vorher noch nicht bereist haben.

Gleich zu Beginn der Reise erlebten wir eine ersten Bummer: Beide Kreditkarten (von Carina und Martin) werden nach einem Scam-Versuch gesperrt. Die Folge des Versuchs eine Vignette für die österreichische Autobahn online zu kaufen. Leider war der Shop ein Fake – mit 497€ wurde eine der beiden Kreditkarten belastet. Visa hat hier im Vergleich zu Mastercard verloren. Mastercard hat die Transaktion von vornherein blockiert (Das hätte einem ja durchaus zu denken geben können *HändevorsGeischtschlagenderSmiley*. Visa bzw. die herausgebende Bank hat eine von drei Transaktionen erfolgreich verarbeitet, Reklamation läuft.
Carina ist nun „traumatisiert“ und bekommt schlechte Laune, sobald sie das Wort ASFiNAG liest. Wobei den Autobahnbetreiber hier nun wahrlich *keine* Schuld trifft.

Nach dem Kauf einer „normalen“ Klebe-Vignette an einer sehr belebten Tankstelle auf deutschem Boden ging es dann weiter Richtung Österreich.
Btw, im Vergleich zur slowenischen Vignette ist die 10-Tages-Vignette für Österreich geradezu ein Schnäppchen: 12,40€ (A) vs. 32,00€ (SI).

Die erste Nacht verbrachten wir auf einem Stellplatz gefunden über Park4Night, in Österreich direkt an der Donau. Felix hilft beim Schnippeln für das Abendessen, Martin geht mit Hund gassi. Allerdings: Ein Gehweg ist nicht wirklich vorhanden.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Wien – ein Tag, der versprach anstrengend zu werden: Mit der U-Bahn und ängstlichem Hund ins Zentrum, warmes Wetter, viele Menschen, viel laufen.

Der Wohnmobilstellplatz liegt günstig gelegen nur wenige hundert Meter von der U-Bahnstation Perfektastraße entfernt. Das Kaufen der Tickets geht über den Fahrkartenautomat schneller als per App. Wieso fragt die App all diese Details ab…?

Wie erwartet mag Hund Pauli U-Bahn fahren gar nicht. Laute Geräusche, Maulkorb, Tunnel sind nicht sein Ding. Meistert es aber tapfer.
Die Fahrt ins Zentrum allerdings ging schnell und unkompliziert mit ein Mal Umsteigen am Westbahnhof, Ankunft an der Domkirche St. Stephan.

Ein erster beeindruckender Anblick. Weitere Highlights waren dann: Rathaus und Rathauspark, Hofburg, Museum der Illusionen und Museumsquartier, Naschmarkt.
Am Nachmittag ging es dann per Fußmarsch durch eine Shoppingmeile zur wenigen Kilometern entfernten U6-Haltestelle und dann zum Wohnmobilstellplatz.

Da wir zwei Tage Wien eingeplant hatten ging es Tags darauf – dieses mal mit dem Auto – Richtung Prater. Hier gibt es öffentliche Parkplätze, die auch für höhere Autos geeignet sind. Nicht jedoch unbedingt breitere, die Parkplätze sind eher für PKW dimensioniert.

Wir kamen sehr früh am Prater an. An einem Sonntagmorgen ist es noch sehr ruhig und wir konnten uns in aller Ruhe den „Rummelplatz“ anschauen.
Um elf Uhr öffnete Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett, welches Felix und Carina viele bekannte Persönlichkeiten in lebensgröße zum Anschauen zeigte.
Anschließend kehrten wir im unweit entfernten Bio-Restaurant ein. Atmosphäre, Speisen und Bedienung waren top. Die Minitureisenbahnen, die direkt neben unserem Tisch über das Pratergelände fahren und laut ihre Pfeife betätigten nicht so top.

Nach dem Mittagessen verließen wir Wien in Richtung slowenisch-österreichischer Grenze.
Wir fuhren auf den nächsten „1. Reisemobil-Stellplatz“. Dieses mal in Mureck.
Er ist sehr schön gelegen und nach einem nur kurzen Fußweg ist man an der Mur – dem Grenzfluss zwischen Österreich und Slowenien. Der Stellplatz lädt zum Spazierengehen oder Radfahren ein.


Am nächsten Morgen versorgten wir uns mit einer kleinen Auswahl an Backwaren, die ein lokaler Bäcker in seinem Wagen direkt auf dem Platz anbot.
Danach ging es los nach Slowenien, erster halt: Maribor.

Die zweite und letzte große Stadt auf unsere Reise überraschte uns mit einer prächtigen Innenstadt. Viele Grünflächen, sehr hübsche Gebäude und das nette Ufer am Fluß Drau beeindruckten uns sehr. Nach einem Mittagessen in flussnähe, machten wir uns auf den Weg Richtung „Natur“. Als Zwischenstopp auf dem Weg suchten wir uns den Wohnmobilstellplatz „Golife Center“ in Golice aus.

Der Platz ist sehr modern und gut ausgestattet, die Aussicht sagenhaft.
Nach einem Anruf bei der Nummer, die an der Rezeption genannt ist, kamen die Eltern des Betreibers und haben uns sehr nett empfangen. Zwei Flaschen Wein aus der näheren Umgebung haben ebenfalls den Besitzer gewechselt – lecker.
Im weiteren Verlauf des Nachmittags ging es bei einsetzendem Regen mit Pauli Gassi. Relativ schnell haben wir mitbekommen, dass die Menschen im ländlichen Raum anders mit Hunden umgehen. Diese sind nämlich normalerweise nicht im Haus sondern können draußen frei herumlaufen.
So kam es, das ein freundlicher Hund beim Rückweg zum Nugget auf einmal neugierig um die Ecke geschossen kam um uns zu beobachten und evtl. sogar Pauli zu beschnuppern. Jedoch traute er sich nicht so recht und hielt Abstand, verfolgte uns aber bis zum Stellplatz.
Abgeschlossen haben wir den Tag mit einem gemütlichen Abendessen.

Am nächsten Morgen – es regnete noch immer und versprach nicht besser zu werden – fuhren wir zum „Park Postojnska Jama“.
Felix und ich besuchten die Höhle von Postojna – Carina und Pauli blieben im Nugget. Notiz für uns: Sofern man Tickets vor Ort kaufen möchte, geht man lieber direkt zum Ticketschalter statt erst zum Höhleneingang um dort nach dem Ticketschalter zu fragen 🤦‍♂️.
Nach ca. 10 Minuten Anstehen hielten wir unsere Eintrittskarten für die nächste Führung in den Händen. Bis dahin hatten wir noch ca. 45 min. Zeit.
Glücklicherweise – für die Ladenbetreiber – befanden sich Souvenirgeschäfte in unmittelbarer Nähe zum Ticketschalter.
Da wir noch ausreichend Zeit hatten und Felix Souvenirgeschäfte liebt, blieb uns nichts anderes übrig als uns darin umzuschauen.
Ein paar Steinchen reicher und ein paar Euros ärmer, haben wir uns dann auf den Weg zum Höhleneingang gemacht.
Die Schlange vor der Ticketprüfung war lang und es ging nur schleppend voran, im strömenden Regen kein Spaß.
Nach dem alle Tickets kontrolliert waren ging es zum Bahnsteig im Eingangsbereich der Höhle – die ersten 3,5 Kilometer innerhalb der Höhle werden per Schmalspurbahn zurückgelegt.


Danach ging es in ca. einer Stunde 1,5 km zu Fuß durch die Höhle.
Stalaktiten, Stalakmiten und Stalagnaten reichten in der Größe eines Spaghettis bis Litfasssäule.

Währenddessen im Nugget: Unbemerkt durch den Rundgang durch die Höhle, kämpften Pauli und Carina gegen eine eher stressige Zeit. Sehr starker Regen und ein Gewitter setzten Pauli sichtlich zu und er suchte mehr panisch als ruhig ein versteck im Nugget. Eines, welches sehr überraschte aufgrund der Ausmaße des Hundes und des Lochs.

Informiert wurden wir darüber per Nachrichten auf dem Handy. Noch immer unbemerkt, da untertage natürlich kein Mobilfunknetz verfügbar ist.
Dennoch bahnten wir uns unseren Weg gen Tunnelausgang. Das Ende des Besuchs wurde abgerundet durch einen kurzen gang durch den Konzertsaal und entlang des dort unterirdisch fließenden Flusses Pivka. Nach dem obligatorischen Besuch des einzigen Souvernirgeschäfts untertage in diesem Urlaub, brachte uns die Bahn dann wieder zurück ans Tageslicht. Alles sehr beeindruckend.


Fertig mit der Welt und fertig mit der Höhle von Postojna ging es dann auf den angenehm kurzen Weg Richtung Bled, leider gesäumt mit Stau auf Höhe der Hauptstadt Ljubljana (Ljubljana müssen wir uns wegen des unaufhörlichen Starkregen leider ein andermal ansehen, das hätte so keinen Spaß gemacht).
Das Ziel war der Campingplatz „Camping Bled“ direkt am Bleder See, inklusive der Umrundung des Sees zu Fuß am nächsten Tag.
Sehr angetan durch den überaus schönen Platz verging die vorherige Aufregung schnell. Das Wetter jedoch hatte sich noch nicht beruhigt. Gewitter war zwar keins mehr da aber abwechselnd starker und leichter Regen ließen uns nicht in Ruhe.
Das hinderte uns jedoch nicht daran, den Weg an das Wasser (See) anzutreten.
Interessiert am Holzsteg direkt am Ufer des Sees betraten wir diesen.

Das Unbehagen von Pauli ob des Fortbewegens auf der Holzkonstruktion entging uns nicht. Leider aber, das er in einem Moment in dem wir die Aussicht genossen schnurstracks über die schmale Lücke rüber an das Ufer hüpfte.
Da standen wir nun: Zweibeiner auf dem Steg, Vierbeiner am Ufer und dazwischen der für den Hund unüberwindbare schmale Streifen Abgrund ins Wasser.

Gutes Zureden und Rufen des Hundes brachte uns kein Stück näher zusammen. Stur wie ein Esel verweigerte Pauli jeglichen Schritt in unsere Richtung.
Also blieb nur eins: Carina zog – um die einzige Jacke nicht arg zu verdrecken – die Jacke aus, überwand den Abgrund, schnappte sich Pauli und beförderte ihn zwangsweise wieder zurück auf den Steg.
Akzeptierend, das weiteres Fortkommen nicht möglich war, traten wir den Rücktritt in Richtung festen Untergrund an.
Zurück im Nugget versuchten wir die tropfnassen Sachen so gut und schnell wie möglich zu trocknen. Was in einem kleinen Campingfahrzeug nur sehr bedingt möglich ist. (Zwischenzeitlich hatten wir 25Grad und Sauna ähnliche Zustände im Nugget.)

Am nächsten Morgen, leider waren Carina und ich uns nicht ganz grün, machte ich mich auf den Gassiweg. Spontan entschied ich mich, den See zu umrunden – ohne Felix und Carina, mit dem Gedanken dies später noch ein Mal zu viert zu tun.
Ungefähr eine Stunde und zwanzig Minuten (und 6 km) später kam ich wieder am Nugget an. Von Carina keine Spur, nur Felix war im Nugget.
Kurze Zeit später kam Carina vom Versuch einer eigenen Umrundung wieder. Versuch, weil aufgrund des erneut einsetzenden Regens jegliche Motivation für die vollständige Umrundung verflog.

Nach einem kurzen Frühstück und einer einvernehmlichen „Versöhnung“ haben wir uns auf den Weg gemacht – mit dem Auto.
Ziel: Vršičpass. Dieser Versuch ist leider schief gegangen – trotz inzwschen besserem Wetter. Wir haben uns schlicht verfahren. Das sollte allerdings kein Problem darstellen – wir sind trotzdem über einen Pass gefahren, Name: uns unbekannt.
Als Zwischenziel haben wir einen netten See auserkoren, an dem wir dann auch zu Mittag gegessen haben: „Bohinjsko jezero“.

Gut gestärkt ging es zum nächsten spontanen Naturhighlight: Savica Wasserfall.
Ein riesiger Wasserfall, der sich – nach dem Bezwingen unzähliger Stufen – und ca. 10€ Eintritt (für alle 4) – von seiner feuchtesten Seite zeigt.


Selbst die kleine Hütte am Aussichtspunkt bietet keinen Schutz vor der Gischt, die mit Hilfe des Windes vorangetrieben, einem ins Gesicht getrieben wird.

Nach der Anstrengung des Aufstiegs gab es eine Stärkung im Café am Parkplatz des Wasserfalls.
Anschließend haben wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz gemacht.
Merke: Ein Autokennzeichen mit einem Umlaut darauf ist nicht immer kompatibel mit ausländischen Maut- oder Parksystemen. (Das wurde uns wieder einmal deutlich gemacht.) Der Parkautomat am Wasserfall hat es nicht zugelassen das „Ü“ einzugeben. Raus sind wir dennoch gekommen, da an der Ausfahrt zumindest eine Kamera das Kennzeichen zuordnen konnte. Das nächste Auto bekommt „SWA“ als Ortsbezeichner im Kennzeichen.

Den Abend haben wir nach einer Gassirunde (nicht um den See) im Restaurant am Campingplatz ausklingen lassen. Bei Lachs-Wellington auf einem Gemüsespiegel und Ćevapčići mit Pommes haben wir die Erlebnisse des Tages Revue passieren lassen. Restaurant sehr empfehlenswert.

Am nächsten Morgen mussten wir mit Bedauern feststellen, dass das Wetter leider wieder Richtung Regen tendierte…

Dennoch, während Carina uns auscheckte, deckten Felix und ich uns mit Backwaren ein, die in einem kleinen Wagen auf dem Campingplatz angeboten wurden. Anschließend setzten wir unsere Reise fort: Zweiter Anlauf zum Vršičpass.
Dieses mal sollte die Fahrt auch ein voller Erfolg werden…

Die Informationen, die wir vorher über den Pass eingeholt hatten, versprachen nicht zu viel. Mit den noch schneebedeckten Bergen, atemberaubenden Aussichten und wundervoller Natur ist dies mit einer der schönsten Pässe, die wir bis dato befahren haben.
Bis auf die Tatsache, dass der Inhalt einer kleinen Gasflasche nicht ewig hält und sich emaillierte Blechtassen bei schräg stehendem Auto verselbständigen und dabei den Beifahrerfußraum mit klebrigen Pulver-Cappucino überfluten können ein absolute zu empfehlendes Erlebnis.

Nach dem Bergauf und dem darauf folgendem Bergab kamen wir nach kurzer Fahrt im Soča-Tal an.

Hier erwartete uns ebenfalls eine wunderschönes Naturlandschaft und türkis-blaues Flusswasser.
Eine Hängebrücke, mit hölzernen Bohlen führte über den Fluss. Wir mussten sie unbedingt ausprobieren. Drei von uns Vieren hat das Laufen auf die andere Flussseite allerdings gar nicht gefallen – viel zu wackelig.
Da der Regen uns schon wieder (oder noch immer?) heimgesucht hatte, und wir nun gastechnisch auf dem Trockenen saßen, haben wir kurzentschlossen entschieden, die Fahrt Richtung Heimat anzutreten.
Ohne Gas und damit der Möglichkeit warme Speisen und heiße Getränke bei diesem Schmuddelwetter zuzubereiten sank die Reiselust erheblich.

Nach einer Fahrt durch das wundervoll verregnete Slowenien fanden wir uns am Ende noch eines Passes auf ein mal in Italien wieder – damit hätten wir nicht gerechnet. Kurz darauf folgte auch schon Österreich und je näher wir uns der Grenze zu Deutschland näherten, desto strahlender wurde der Himmel.
Erneut, mit so viel Sonnenschein (und umständliche Raststätten) in Südost-Bayern hätten wir nicht gerechnet. Und noch weniger mit der schieren Größe des Chiemsees, den wir passiert haben.
Je näher wir allerdings Richtung Heimat kamen, desto schauriger wurde das Geschehen um uns herum.
Auf das Gewitter und den starken Regen ab Würzburg hätten wir gut und gerne verzichten können.
Trotz aller Widrigkeiten hat uns der Nugget nach stundenlanger Fahrt durchs Nass zuverlässig wieder in unseren Heimatort zurückgespült.
Danke dafür.